Spielzeit 2019/20

 

21.10.2019 in der Stadthalle Lichtenfels

 

Die Maschine steht still

 

In E. M. Forsters Dystopie leben die Menschen in einer unterirdischen, abgekapselten Welt mit allem Komfort: Das ganze Leben ist durch die Dienstleistungen der Maschine perfekt geregelt. Die Menschen haben kein Bedürfnis mehr nach persönlichen Begegnungen, man kommuniziert nur über die Maschine, die über allem wacht. Ihr Handbuch ist zu einer Art Bibel geworden, die Menschen sind gefangen in ihrer absoluten Abhängigkeit von der Technik, die sie nicht mehr kontrollieren können. Doch nach und nach geht das Wissen, das hinter der Maschine steckt, verloren und das System wird anfällig für Pannen...

E. M. Forsters visionäres Werk wirft Fragen auf, die von großer Aktualität sind: Wie kann der Mensch seine Selbstbestimmung wahren gegenüber Maschinen, die immer stärker unser Leben bestimmen? 

 

 

 

 

25.11.2019 in der Stadthalle Lichtenfels

 

Frühschicht bei Tiffany

 

Sommer in New York. Drei Balkone mitten in Down Town. Doch von Großstadtidylle ist keine Spur! Anstatt mit Sekt auf ihre neue Wohnung und das neue Lebensjahr anzustoßen, möchte Amy ihren diesjährigen Geburtstag auf eher untypische Weise begehen – nämlich mit Selbstmord! Sie ist schon über ihr Balkongeländer geklettert, als plötzlich Bob, der Nachbar von nebenan, auf seinem Balkon auftaucht. Könnte er der Mann sein, der Amy über ihre Lebenskrise hinweg hilft? Gerade als es gilt, das herauszufinden, muss Amy feststellen, dass kein Geringerer als ihr Ex-Mann Chris den Balkon zwischen ihr und ihrem vermeintlichen Traumprinz bewohnt. So entbrennt bald ein vergnüglicher Kampf der Geschlechter, sehr zum Vergnügen des Publikums! 

 

 

 

 

08.12.2019 im Stadtschloss Lichtenfels

 

Alle Jahre wieder

Eine Familie kommt zusammen, um zu feiern. Weihnachten, glaubt sie. Oder doch den 80. Geburtstag von ...? Hey, wo kommen diese riesigen Ostereier her, und wie soll man die denn verstecken? So viele Süßigkeiten und Geschenke, ist das das Zuckerfest? Jedenfalls wird gegessen – der Truthahn, der Kartoffelsalat, die Baklava, wie jedes Jahr. Wie bei allen? Das Stück wird zeigen, was eine Familie zusammenhält. So werden Rituale getestet, euch glauben gemacht und gefeiert. Nur quatschen immer diese Kinder dazwischen und sagen, wie es richtig sein soll.

 

 

 

 

27.01.2020 in der Stadthalle Lichtenfels

 

Wer hat Angst vor Virginia Woolf?

 

Was auf den ersten Blick wie ein klassischer Ehekrieg erscheint, erweist sich bei genauerer Prüfung als etwas
komplizierter: Ein eigentlicher Konflikt zwischen Martha und George, die seit der Uraufführung des Stückes 1962 am Broadway immer wieder in die Arena ihres Wohnzimmers treten, ist nicht einfach zu benennen. Zwar gibt es allerlei Wortgefechte, Beleidigungen, Tiefschläge, die ganze Bandbreite bürgerlichen Ehelebens – die faszinierende Kunst der beiden zunehmend alkoholisierten Protagonist*innen scheint aber gerade darin zu bestehen, Entwurf und Geschichte ihrer komplexen Beziehung ständig zu überarbeiten. Was dabei Fiktion ist und was Wirklichkeit, können nicht nur die beiden ahnungslosen Gäste Nick und Honey nicht entscheiden, auch das Publikum wird darüber im Unklaren gelassen. Konnte man in früheren Zeiten von einer öffentlichen Fassade und den dahinter lauernden Lebenslügen der Eheleute sprechen, verschwimmt hier diese Art Zuordnung völlig: Martha und George sind ein gut eingespieltes Team in einer so kreativen wie vitalen Ehe-Performance. Und ihre eigentlichen Feinde sind möglicherweise die Langeweile einer spießigen Provinz und die Angst vor dem Sterben.

 

 

 

 

23.03.2020 in der Stadthalle Lichtenfels

 

Der Schimmelreiter

 

Vom Bauernjungen zum Kleinknecht, bis hin zum Deichgraf hat er es geschafft, der Außenseiter H­auke Haien, der sich schon als kleiner Junge für Dynamik und Physik interessierte und das Spiel der Wellen erforschte. In der jungen Frau Elke findet er eine kongeniale Partnerin. Gemeinsam realisieren sie ihre innovativen Ideen zu Landgewinnung und Küstenschutz. Gegen die konservativen Kräfte setzen sie den Bau eines neuen Deiches durch. Ohne den alten einzureißen. Und das wird ihnen zum Verhängnis. Als eine Flut, von bis dato nicht gekanntem Ausmaß, die Küste heimsucht, klafft an der Nahtstelle zwischen neu und alt ein Riss, durch den sich die gewaltigen Wassermassen Bahn brechen und alles mit sich nehmen: das Leben, das Glück und die Utopie der harmonischen Koexistenz von Mensch und Natur.

So mystisch aufgeladen die Geschichte ist, so modern ist sie in ihrer Zeichnung der Figuren und Beziehungen und in der dringlichen Frage nach Konzepten des Lebens mit der Natur in Zeiten von Klimawandel und Naturkatastrophen.

 

 

 

 

11.05.2020 in der Stadthalle Lichtenfels

 

Honig im Kopf

 

Das Mädchen Tilda und ihr Opa Amandus haben eine sehr enge Verbindung. Als Amandus, der an Alzheimer erkrankt ist, nach dem Tod seiner Frau zusehends abbaut, nimmt ihn Tildas Familie bei sich auf. Doch seine Krankheit stellt Tildas Eltern Niko und Sarah auf manch harte Probe, zumal beide sehr mit sich und ihrer Arbeit beschäftigt sind und auch in ihrer Ehe nicht alles rund läuft. Allein Tilda schafft es, ihrem Opa mit Verständnis zu begegnen. Als Niko seinen Vater in seiner Verzweiflung in einem Heim anmelden will, entführt Tilda Amandus kurzerhand auf eine abenteuerliche Reise nach Venedig - die Stadt, in der er einst so glücklich war...